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Übergangsfrist verlängert: Buchhalter müssen bei E-Bilanz umdenken

Die neue Software kostet Geld. Die feinere Unterscheidung der Konten kostet Nerven.
Für die Umstellung auf die E-Bilanz bleibt jetzt ein Jahr mehr. Bis 2013 müssen Handwerker auf die digitale Übermittlung ihrer Zahlen ans Finanzamt umgestellt haben. Steuerexperten bezweifeln
den Nutzen für Unternehmen.

Von Jens Seemann

Papier war gestern. Unternehmer müssen bereits Umsatzsteuervoranmeldungen, Lohnsteueranmeldungen, Kapitalantraganmeldungen und Steuererklärungen digital an das Finanzamt übermitteln. Jetzt folgt ein weiteres Teil im Puzzle der digitalen Kommunikation mit dem Finanzamt – die E-Bilanz. Laut § 5b des Einkommenssteuergesetzes ist künftig jedes bilanzierende Unternehmen zur elektronischen Abgabe der Bilanz sowie der Gewinn und Verlustrechnung verpflichtet. Die Finanzverwaltung verspricht Vereinfachungen. Doch für Unternehmer können Fachleute wie der Flensburger Steuerberater Martin Steffen der Kanzlei H.P.O. diese nicht erkennen. „Handwerker sparen keine Zeit und Kosten“, so Steffen. Vielmehr werde der Aufwand für die Erfassung der Daten steigen. Um sich besser darauf einstellen zu können, begrüßt der Steuerberater die Verschiebung des Starttermins.

Start verschoben

Bislang sollte das neue System für Wirtschaftsjahre beginnend ab dem 1. Januar 2012 gelten. Die Finanzverwaltung gewährt eine verlängerte Übergangsfrist. Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen für das Wirtschaftsjahr 2012 können digital übermittelt werden. Zur Pflicht wird dies für das Wirtschaftsjahr 2013. Spätestens dann müssen die entsprechenden Daten verschickt werden. Alternativ kann der Inhalt der Handelsbilanz, ergänzt um die steuerliche Überleitungsrechnung, oder eine gesonderte Steuerbilanz eingereicht werden. Neben Schlussbilanzen und Eröffnungsbilanzen sind spätestens ab 2015 auch für Personengesellschaften die Kapitalkontenentwicklungen sowie eventuelle Ergänzungs-Sonderbilanzen elektronisch einzureichen. Für Martin Steffen steht eines fest: Die Daten werden immer detaillierter. Per Knopfdruck kann die Finanzverwaltung einheitliche Datensätze für Branchenvergleiche und Vorjahresvergleiche nutzen.

Unwort Taxonomie

Schon jetzt sollten Unternehmer die Zeit für technische und organisatorische Anpassungen nutzen. „Dabei wird man immer wieder auf das Unwort Taxonomie stoßen“, sagt Steffen. Demnach ist festgelegt, dass Handwerksbetriebe mindestens 400 Pflichtfelder ausfüllen müssen. Die Anzahl kann sich von Jahr zu Jahr verändern.

Buchungsverhalten anpassen

Im ersten Schritt empfiehlt Steffen die Anpassung der Software. Die größte Herausforderung sieht er in der Umstellung des internen Buchungsverhaltens. Viele Unterkonten sind hinzugekommen. Deshalb sollte die verbleibende Zeit für Testläufe genutzt werden. In puncto Sicherheit hat Martin Steffen keine Bedenken. Die Finanzverwaltung nutzt, wie für Steuererklärungen, das System Elster. Die Daten müssen nicht zusätzlich verschlüsselt werden.

Weitere Infos: www.esteuer.de

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