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Kassenwartin machte ihrem Ärger Luft

Neustadt in Holstein. Als es am Freitagabend auf der Jahreshauptversammlung des TSV Neustadt ums Geld ging, wurde es emotional. Zwar hinterfragte niemand die Ausführungen der Kassenwartin Antonia Kassner. Doch sie selbst machte ihrem Ärger Luft.
Schon vor ihrem Jahresbericht hatte sie dem Vorstand mitgeteilt, dass sie sich nach fünf Jahren nicht mehr zur Wahl stellen werde. „Eigentlich wollte ich hier still gehen. Doch wenn ich in der Stadt höre, das mich der Verein rausgeschmissen hat, kann ich das nicht so stehen lassen“, sagt sie. Vielmehr habe es vor einigen Wochen persönliche Angriffe einzelner Vorstandsmitglieder gegeben. „Wenn mir dann vorgeworfen wird, dass ich den Verein in den Ruin wirtschafte, kann ich das nicht akzeptieren. Wer mich kennt, weiß, wie wichtig mir das genaue Arbeiten ist“, so Kassner, der die Mitmitglieder mit großem Applaus dankten.
Uwe Veldkamp, Vorsitzender des Vereins, bedauerte die Vorgänge und stärkte Antonia Kassner den Rücken. Zufrieden zeigte er sich, dass es mit Ulf Kuzla sofort gelang, einen Nachfolger zu wählen. „In den vergangenen Jahren ist es immer schwerer geworden, Freiwillige zu finden. Immer mehr Personen besetzen mehrere Positionen“, so Veldkamp, der eindringlich darauf hinwies, dass auch ein so großer Verein wie der TSV nur dank der vielen Ehrenamtlichen funktioniere. „Da muss sich jeder fragen, wie er sich selbst auch in die Gemeinschaft einbringen kann“, so Veldkamp.
Umso erleichterter war er, dass sich am Freitagabend eine weitere Personalfrage klärte. Die Mitglieder wählten die Beisitzerin Heidrun Seidel zur künftigen 2. Vorsitzenden.
In seinem Jahresbericht zog Uwe Feldkamp ein weitgehend positives Fazit. Die Mitgliederzahl einem der größten Vereine Ostholsteins sei um 40 auf nunmehr 1813 gestiegen. Zudem konnten beispielsweise mit dem American Football neue Sparten aufgenommen werden. Deshalb sei es so, dass aktuell rund 100 Trainer und Betreuer ehrenamtlich aktiv seien. Ihnen sei es auch zu verdanken, dass Mannschaften um Meisterschaften kämpften und Einzelsportler sogar Deutsche Meister wurden.
Allerdings werde die finanzielle Lage des Vereins in den kommenden Jahren nicht einfacher. „So lange ich hier das Sagen habe, werden wir aber beim TSV keine Schulden machen. Vielmehr möchte ich Kooperationen mit Förderern stärken“, so Veldkamp.
Auch Neustadts Bürgervorsteher Sönke Sela signalisierte, dass die Arbeit in den Vereinen weiter höchste Priorität genieße. Auch wenn der Druck seitens des Kreises wachse, gäbe es parteiübergreifend einen Konsens, dass man alles machen werde, um die Vereine und deren Mitglieder nicht noch zusätzlich zu belasten. „Es darf nicht sein, dass wir den Kinder- und Jugendsport von Kosten abhängig machen. Das ist ganz wichtige Sozialarbeit, die in den Vereinen geleistet wird“, sagte Sönke Sela.

Veröffentlicht am 1.3.2015 in den Lübecker Nachrichten.

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