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Tischlerin bei Olympischen Spielen: „Eine tolle, eigene Welt“

Das Finale und Platz 6 waren Sonja Scheibls Ziel. Der 17. Rang sprang heraus. Das trübt die Stimmung der Wurfscheiben-Sportschützin nach ihrem ersten Olympia-Start nicht. „Es war ein riesiges Erlebnis“, sagt die 32-Jährige aus dem schleswig-holsteinischen Itzstedt

Von Jens Seemann

Tischlermeisterin und Sportschützin Sonja Scheibl aus Bad Segeberg qualifizierte sich 2012 für die Olympischen Sommerspiele in London und belegte den 17. Rang. Foto: Seemann

Mit 16 Jahren begann sie zu schießen und wurde mit 18 in die Nationalmannschaft aufgenommen. Im Juni erfüllte sich im dritten Anlauf ihr großer Traum. Wie jeder Leistungssportler wollte sie einmal bei den Olympischen Spielen starten. Scheibl gewann im Trapschießen in London und auf Zypern zwei interne Ausscheidungswettkämpfe des deutschen Teams und löste ihr Olympia-Ticket für London.

Was anschließend folgte, wird sie nie vergessen. Kaum wurde ihre Nominierung bekannt, schwieg ihr Telefon kaum noch. Journalisten von Zeitungen,>> >> Radio- und Fernsehsendern wollten mit ihr sprechen. „Das war völlig ungewohnt“, sagt die Sportlerin, die hauptberuflich Tischlermeisterin bei Adam Design in Bad Segeberg ist.

Dort meistert sie den Spagat zwischen Arbeit und Leistungssport. Am Tag gestaltet und baut sie Möbel. Bis zu drei Mal in der Woche ist sie nach Feierabend und am Wochenende mit ihrer Flinte, einer 3,6 Kilogramm schweren Beretta 682 Gold E, auf dem Schießstand. Bislang ohne Trainer. Das verlangt viel Disziplin. Die Mühen lohnen sich. Die Schützin bereiste alle Kontinente. Um im Jahr bei einer Weltmeisterschaft, Europameisterschaft und drei Weltcups zu starten, muss sie ihren Urlaub genau planen. Vorsorglich blockierte sie eine Woche für Olympia.

In London angekommen, war alles anders. Jubel und Applaus während des Wettkampfs kannte sie vorher nicht. In London feierte das Publikum die Athleten. „Das war phantastisch“, so Scheibl. Ebenso genoss sie das Leben im Olympischen Dorf. „Das ist ein tolle, eigene Welt mit einer einzigartigen Atmosphäre“, gerät Scheibl ins Schwärmen. Diese Eindrücke sind zusätzlicher Ansporn, sich auch 2016 für die Sommerspiele in Brasilien zu qualifizieren
Dieser Beitrag erschien im Oktober-Heft 2012 des Magazin NordHandwerk

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