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Großer Prinz auf kleiner Bühne

Burg. Rot, grün, gelb und weiß beleuchten am Samstagabend vier Scheinwerfer die kleine Bühne im Café liebevoll in Burg auf Fehmarn. 98 Besucher lauschen den Klängen eines 90 Jahre alten Klaviers und dem Gesang eines Mannes, der aufwändige Lichtshows kennt und in den vergangenen 25 Jahren ganze Stadien füllte und häufiger Gast im Fernsehen ist..
Sebastian Krumbiegel, Sänger der Band die Prinzen, ist seit Wochen als Solokünstler unterwegs. Der Leipziger füllt kleine Theater, Clubs und Cafés wie dieses. „Es ist schön, die Prinzen zu haben und doch solche Abende erleben zu dürfen“, sagt der 47-Jährige.
Er geht auf Tuchfühlung mit den Zuhörern. Dicht gedrängt sitzen die Gäste. Diese Nähe und private Atmosphäre genießt der Sänger sichtlich. „Das macht es so besonders“, sagt der Mann, für den Musik seit seiner Kindheit sein Lebensinhalt ist. Immer wieder beweist er, dass er als einstiger Sänger des weltweit bekannten Knaben-Thomanerchors stimmlich bestens ausgebildet wurde.

„Ich liebe es, wenn wir uns gegenseitig hochschaukeln“

Und er liebt die Tiefgründigkeit von Texten – sei es den Liedern seiner bislang fünf Solo-CDs oder in Interpretationen von Sängern wie Udo Lindenberg und Rio Reiser. Das Publikum hängt an seinen Lippen. Bei anderen Liedern wird geklatscht und mitgesungen „Ich liebe es, wenn wir uns gegenseitig hochschaukeln“, sagt Sebastian Krumbiegel, der zwischendurch viel über sich, Begegnungen mit anderen Musikern und Politik erzählt. Das macht er ganz spontan, denn ganz bewusst reist Sebastian Krumbiegel nicht mit einem kompletten Programm durch die Lande. In seiner Hosentasche trägt er einen kleinen Zettel bei sich. Mit jedem Abend wird dieser länger, denn meist spielt er spontan neue Songs, die ihm und den Leuten gefallen.
Auch heute weiß Sebastian Krumbiegel noch nicht, wie lange er spielen wird. Bei seinem letzten Auftritt an gleicher Stelle im August 2013, sang er rund drei Stunden. Café-Inhaber Marco Eberle hatte ihn damals einfach mal gefragt, ob der Sänger, den er zur deutschen Bundesliga zählt, bei ihm auftreten wolle. Diesmal wurde er im März gefragt, ob seine Bühne noch frei sei.
Auch wenn man sich schon kennt – Marco Eberle ist aufgeregt und so stolz. Seit vier Jahren betreibt er sein Café und will die Insel bunter machen. „Toll wären noch mehr solcher bekannten Größen“, sagt Marco Eberle, der sich freut, dass am 13. Februar Ulla Meinecke kommen wird.
Vielleicht ist dann auch Andrea Schünemann aus Hamburg wieder dabei. Spontan hatte sich die Urlauberin für das Konzert entschieden. „Der ist echt bodenständig und singt toll“, lobt sie Sebastian Krumbiegel und staunt, dass er schon am 3. September erneut auf Fehmarn singen wird. Dann tourt er mit den Prinzen durch Kirchen und tritt in der Nikolaikirche auf. Ob die Gäste dann auch ein fast vierstündiges Konzert erleben, an dessen Ende sie vor Begeisterung mit den Füßen auf den Boden trommeln, bleibt abzuwarten. Eines ist sicher – Sebastian Krumbiegel freut sich auf seine Rückkehr auf Fehmarn.

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