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Schuhe baut sich Meister Olaf Schubring nur selbst

Selbst gebaute Schuhe zu tragen, ist für Schuhmachermeister Olaf Schubring Ehrensache.
Vom Vermessen der Füße bis zum fertigen Produkt vergehen Tage.
Leben könnte er nur von der Kunst des Schuhbaus nicht mehr.

 

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Impressionen aus der Schuhmacherwerkstatt: zum Vergrößern anklicken.
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Von Jens Seemann

Reinfeld./Bargteheide Er trägt nur selbst gebaute Schuhe. Das ist Ehrensache für den Schuhmachermeister Olaf Schubring. „Wie soll ich meinen Kunden sonst erklären, dass sie Wert auf gute Schuhe legen sollen, wenn ich es nicht vorlebe“, sagt der Meister. Er steht in einer seiner beiden Werkstätten, die er in Reinfeld und Bargteheide betreibt. Vor 37 Jahren baute Vater Herbert Schubring das Familienunternehmen auf. 30 Jahre ist der Junior selbst Meister und musste früh in die Selbstständigkeit einsteigen. Doch Schuhmacherei ist für ihn wie für seinen Vater ein Beruf, den man zwar lernen könne. Besser sei, man ist sondern dafür geboren. „Das Handwerkliche lässt sich lernen. Das Empfinden für Formen muss man mitbringen“, sagt Olaf Schubring. Er und seine Kollegen finden nur schwer geeignete Lehrlinge. In Schleswig-Holstein gibt es aktuell lediglich fünf in drei Ausbildungsjahren.

„Das Handwerkliche lässt sich lernen. Das Empfinden für Formen muss man mitbringen“

Schubrings Werkstatt ist klein. Zwischen Nähmaschinen, Schleifbank, Presse, Steppmaschine und Werkbank bleibt kaum Platz sich zu drehen. Auf einem Regal stehen Flaschen mit Kleber. An den Wänden hängen Zangen, Messer, Schraubenzieher und Hämmer. Viel mehr benötigt Olaf Schubring für  Reparaturen nicht. Auf die hat er sich mit seinem Mitarbeiter Thorsten Voß spezialisiert.

Über der Schleifmaschine hat er ein Paar schwarze Herrenschuhe in zwei Geräte eingespannt. Die Fasern weiten sich. So kann er sie um bis zu eine Größe Weiten. „Das sind dann vier Millimeter in der Länge. Mehr geht nicht, da wir ja die Sohle nicht verlängern können“, sagt Olaf Schubring.

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Impressionen aus der Werkstatt: Zum Vergrößern bitte anklicken.

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In einem anderen Regal stapeln sich Rohlinge von Gummiabsätzen in unterschiedlichen Stärken und Formen. Nutzen sie ab, müssen sie rechtzeitig ausgewechselt werden. Wie beim Auto die Reifen.

„Bei vielen Billigschuhen lohnt sich eine Reparatur nicht. Mit Pflege und einer Reparatur lässt sich die Lebensdauer erheblich verlängern“, sagt Meister Schubring.

Seine selbstgebauten könnten bis zu 30 Jahre halten. Durch Modetrends auch bei den Herrenschuhen sind solche Maßschuhe immer weniger gefragt. Insbesondere für Frauenschuhe gelten wechselnde Trends. Deshalb baut Schubring in Bargteheide nur noch Klassiker für Männer, so wie er es vor 30 Jahren in der Meisterschule lernte. Das kommt seltener vor. Nur ganz wenige können noch vom Maßschuhbau leben, da ein Paar meist nicht unter 1500 Euro gebaut werden kann. „Man benötigt fast eine Woche und viel Erfahrung“, sagt der Meister.

Alles beginnt beim Messen von bis zu zehn Punkten am Fuß. Mit diesen Daten baut Schubring die Leisten – Holzmodelle, die ein Abbild der Füße sind. Dann wird ein Probeschuh angefertig und abschließend das eigentliche Paar gebaut.

 

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Exakt vermessen

Der Schuhmacher kann nicht nur passgenaue Schuhe bauen und reparieren. Da sie die Füße exakt vermessen können sie auch auf Fehlstellungen reagieren. „Das ist eine Hilfestellung und auch Gesundheitsvorsorge, „sagt Schuhmachermeister Olaf Schubring.

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Dieser Beitrag erschien am 20. Januar 2013 in den Lübecker Nachrichten im Kreis Stormarn

Das PDF:
Zum Vergrößern bitte anklicken

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