Menü

Peter Küchler restaurierte ein kurvenreiches Liebhaberstück

Peter Küchler hat es geschafft. Nach 15 Jahren ist der Cord 810 Phaeton fertig. Jetzt sucht der Norderstedter einen Käufer für den seltenden Oldtimer

Von Jens Seemann

Peter Küchler restaurierte diesen Cord 810 Phaeton 15 Jahre in seiner Norderstedter Werkstatt.

Peter Küchler restaurierte diesen Cord 810 Phaeton 15 Jahre in seiner Norderstedter Werkstatt.

Norderstedt. Über kaum einen anderen Oldtimer und dessen Restauration kann Peter Küchler so viel berichten, wie über den cremefarbenen Cord 810 Phaeton, der glänzend in Verkaufsraum seiner Norderstedter Werkstatt steht. 15 Jahre lang hat er geschraubt, gebogen, lackiert und poliert. Jetzt ist die Luxuslimousine der 30er Jahre fertig. Küchler sucht einen Käufer. Interessenten aus aller Welt haben sich gemeldet. „Bei einem Wert von rund 218.000 Euro verkauft man solch einen Wagen nicht so schnell“, sagt der Kfz-Meister, der 4.500 Stunden Arbeit in die Restauration steckte.Zwei Jahre vergingen, bis er die passenden Ersatzteile fand. Kein leichtes Unterfangen bei einem Hersteller, der nur ein Jahr produzierte. Peter Küchler beschäftigte sich intensiv mit der Geschichte des Fahrzeugs, las Bücher und durchforstete das Internet. Er fand heraus, dass der amerikanische Hersteller zwischen 1936 und 1937 lediglich 198 der noblen Zweisitzer baute, von denen es heute noch rund 90 geben soll. Nur die wenigsten sind so gut restauriert wie dieser in Norderstedt.

Das Auto beeindruckt durch seine stattliche Länge von 5,30 Metern. Details, wie die stromlinigen Formen oder große Scheinwerfer, lassen Rückschlüsse auf den Hersteller Cord zu, der eigentlich Flugzeugbauer war. Nach einem Jahr stellte er die Autoproduktion ein. Geblieben sind Autos der Spitzenklasse. In den 30er Jahren zählte der Cord zu den teuersten Autos in Amerika. Das Museum of Modern Art in New York kürte den Wagen zu einem der zehn Meisterwerke modernen Industriedesigns.

„Das ist es, was die Restauration so spannend macht. Nichts ist normal und man muss sich immer wieder Lösungen überlegen”

Als ein Kunde 1988 einen dieser seltenen Wagen nach Norderstedt brachte, war vom alten Glanz wenig geblieben.„Nach und nach sahen wir die Schäden”, sagt Peter Küchler. Einige Ersatzteile gab es schlichtweg nicht. Sie wurden speziell für einzelne Autos gebaut. Peter Küchler musste sie nachbauen. „Das ist es, was die Restauration so spannend macht. Nichts ist normal und man muss sich immer wieder Lösungen überlegen – wie bei den Blinkern”, sagt Küchler. Die waren zu jener Zeit in Amerika noch keine Pflicht. Zum Abbiegen hob der Fahrer den Arm aus den Fenster. Das ist heute selbst mit einem Oldtimer nicht erlaubt. Peter Küchler musste sie anbauen, ohne die ursprünglich Optik zu stören. Diese Liebe zum Detail ist für ihn das eine. Das Fahrerlebnis ist das andere. „Das ist noch Autofahren pur. Der Motor hat 125 PS. Es gibt keine Bremsverstärker und Servolenkung. Man muss noch richtig arbeiten”, schwärmt Küchler.

————————–

——————————–

Der Beitrag erschien in der Januar-Ausgabe 2013 des Magazins NordHandwerk.

Die PDF-Dokumente:
Zum Download bitte anklicken

201301_NordHandwerk_Oldtimer_Seite_1

 

———————————

Eine Antwort hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.

UA-51395940-1