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Neuland für beide Seiten – Gelungenes Modell der Teilzeitausbildung

. Kind und Ausbildung lassen sich vereinen – Mandy Bräuning ist ein gutes Beispiel. Nach ihrer Elternzeit setzt sie ihre Lehre dank eines Teilzeitmodells in der Bäckerei Hamer in Schwentinental fort

Mandy Bräuning hat bis zum Sommer 2013 intensive Monate vor sich – dann stehen ihre Abschlussprüfungen an. Vormittags arbeitet sie als Auszubildende zur Bäckereifachverkäuferin, nachmittags meis­tert sie den Spagat zwischen Lernen und Kinderbetreuung. Familie und Arbeitgeber halten ihr den Rücken frei. Die 22-Jährige ist seit Juli 2010 Mutter von Joyce-Marie, die gerade beginnt alles nachzusprechen.

Die Nachricht der Schwangerschaft warf Mandy Bräunings Pläne über den Haufen. Mutter zu werden beinhalten diese noch nicht. Die Hauptschülerin hatte gerade den für sie passenden Beruf gefunden – Bäckereifachverkäuferin. Nach einem Praktikum wusste sie, dass sie ­den gewünschten intensiven Kundenkontakt haben wird. Der Abschluss war das nächste Ziel.

„Ich wusste überhaupt nicht, wie es weitergehen wird“, erinnert sich Bräuning. Im Ausbildungsbetrieb von Bäckermeister Holger Hamer aus Schwentinental zeigte sie auch mit Babybauch vollen Einsatz.  Rückblickend sagt Hamer: „Sie fehlte bis zum Mutterschutz kaum und arbeitete zuverlässig und selbstständig.“ Gemeinsam informierten sie sich über eine Lösung, um die Ausbildung zu beenden. „Ich will unbedingt den Abschluss“, sagt Mandy Bräuning, die bei der Handwerkskammer Lübeck von der Teilzeitausbildung erfuhr. Hamer wollte es ihr gerne ermöglichen, konnte es aber nicht zusichern. Gesundheitliche Probleme machten eine längerfristige Planung in dem 5-köpfigen Unternehmen damals schwer. Deshalb informierte sich Mandy Bräuning während ihrer Elternzeit auch bei anderen Bäckereien und stieß auf Ablehnung. Schließlich sagte Holger Hamer ja. Mandy Bräuning suchte sich eine Tagesmutter. Der Chef akzeptierte Abstriche. „Große Firmen können Teilzeitausbildung sicher einfacher umsetzen. Wir müssen planen und improvisieren. Sie kann nur vormittags arbeiten und wir müssen stets damit rechnen, dass ihr Kind krank wird. Aber das ist so. Dafür haben wir eine motivierte und engagierte und glückliche Mitarbeiterin“, so Hamer.<< Jens Seemann

 

Erschienen im Magazin NordHandwerk

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