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NATO-Soldaten trainieren Gefahrenabwehr

Sie sollen Minen finden – das ist die Hauptaufgabe der Soldaten der
“Standing Maritime Mine Countermeasures Group”,
die im Auftrag des internationalen Millitärbündnisses NATO unterwegs sind.
150 Soldaten aus Polen und Deutschland trainieren zwei Wochen lang
die Gefahrenabwehr auf dem Marinestützpunkt Neustadt in Holstein.

 


Von Jens Seemann

Neustadt. Lokale und auch internationale Vertreter aus der Politik und von Verbänden folgten am Freitagabend der Einladung von Piotr Sikora. Er ist Kommandeur auf der polnischen Xawery Czernicki – das Flagschiff der „Mine Couter Measure Group 1“ (SNMCMG1).

Gemeinsam mit der unter der deutschen Flagge fahrenden FGS Weilheim und der polnischen ORP Czajka ist Piotr Sikora am Nachmittag in den Neustädter Hafen eingelaufen und machte am Marinehafen fest. Alle drei Schiffe eint, dass sie im Dienste der internationalen Gemeinschaft NATO stehen.

Gemeinsam starteten sie am Montag im polnischen Gdynia. Auf See mussten die Soldaten Gefahrensituationen simulieren, ihre Feuerwehrausrüstung anlegen und verschiedenste Aufgaben meistern.

Da der Marinestützpunkt Neustadt auf die Ausbildung für derartige Szenarien an Bord von Schiffen spezialisiert ist, wollen sich die Soldaten unterschiedlicher Nationalitäten optimal für die Gefahrenabwehr an Bord abstimmen. Feuer, Lecks und medizinische Notfälle werden simuliert. Da meist alles zeitgleich stattfindet, müssen die Schiffe auch Hilfe der anderen Begleiter anfordern. Bis Juni werden noch drei weitere Schiffe zur Gruppe stoßen. Sie alle sind von der NATO zur Minenabwehr eingesetzt. Diese NATO-Gruppe ist eine der ältesten. Seit 1973 war sie unter britischem Kommando. Erstmal übernahm Polen im Oktober 2002 das Kommando der Operation.

Nachdem im Jahr 2005 in der Ostsee drei Minen in Fischernetzen explodierten, sind die Experten noch intensiver auf der Suche, um Unglücke auf See zu verhindern. Rund 200.000 Minen, Torpedos und Bomben der beiden Weltkriege werden noch auf dem Grund der Ostsee vermutet. Deshalb durchkreuzen die Schiffe das ganze Jahr über die die Ostsee, Nordsee und fahren beispielweise im Juni bis nach Island. Nach ihrem Aufenthalt in Neustadt werden die Soldaten aber zuvor die Häfen von Lübeck, Kiel anlaufen.

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Die Xawery Czernicki:

Land: Polen

Gewicht: 2380 Tonnen

Länge: 73,8 Meter

Breite: 13,8 Meter

Tiefgang: 4,20 Meter

Geschwindigkeit: 13 Knoten

 

Die NATO:

Die Nato ist ein millitärisches Bündnis, das die Einhaltung des 1949 unterzeichneten Nordatlantikpakts sicherstellt. Der Hauptsitz ist in Brüssel. Aktuell gehören der Nato 28 europäische und nordamerikanische Staaten an.

 

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Keine Antworten to “NATO-Soldaten trainieren Gefahrenabwehr

  • Netter Artikel, aber …
    1. Neustadt i.H. ist kein Marinestützpunkt (mehr). Die Kaserne beherbergt neben der Bundespolizei See das Einsatzausbildungszentrum für Schadensabwehr der Marine (EAZS M).
    2. Das polnische Flaggschiff der SNMCMG1 heißt mit richtigem (vollem) Namen ORP Kontradmirał Xawery Czernicki.
    3. Die “Standing NATO Mine Countermeasure Group 1” (SNMCMG1) wurde 1973 als “Standing NATO Force Channel” (STANAVFORCHAN) gegründet und stand damals unter britischem Kommando. Allerdings übernahm nicht 2002 zuerst eine andere Nation das Kommando, sondern viel früher. Die jetzige SNMCMG1 hieß zudem vorher noch “Mine Countermeasure Group North” (MCMFORNORTH).
    4. Die SNMCMG1 (auch als MCMFORNORTH) war auch schon im Mittelmeer eingesetzt. z.B. 1999 bei der Operation “Allied Harvest”, als Fliegerbomben in der Adria geräumt wurden, aber auch 2010, als einige Einheiten (mit Ausnahme von ORP Kontradmirał Xawery Czernicki und FGS Datteln) vor der libyschen Küste operierten. Diese beiden Einheiten unterstützten in dieser Zeit die Operation “Active Endeavour”, also die Seeraumüberwachung im Mittelmeer.
    Die Punkte sind bitte nicht als (böse) Kritik aufzufassen.

    • Ich danke Ihnen für die angesprochenen Punkte und bedauere, dass einige Infos fehlerhaft sind. Einiges ist der Textlänge geschuldet, da der Beitrag in den Lübecker Nachrichten erschien und dort eine Textlänge vorgegeben ist. Dadurch kann man manchmal leider nicht so ins Detail gehen. Aber dank Ihrer Infos erfährt man jetzt ja noch reichlich über die Gruppe.

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