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Mit diesen Kniffen Steuern sparen – 16 Tipps für Unternehmer zum Jahreswechsel

Vor dem Jahreswechsel sollten Unternehmen ihre Steuerunterlagen prüfen und die Weichen für 2013 stellen.
16 Tipps zu Änderungen und Einsparmöglichkeiten.
 

Von Jens Seemann und Ralf Hansen (HPO)

1. Einnahmen und Ausgaben verlagern

Eines steht fest: Die Tarife für die Einkommens- und Abgeltungssteuer werden sich 2013 nicht verändern. Daher lohnt es nicht Einnahmen aus den Jahren 2012 und 2013 zu verlagern – es sei denn, die Höhe des individuellen Gesamteinkommens entspricht in beiden Jahren unterschiedlicher Steuerprogression. Daran ändert auch die für 2013 geplante und die damit verbundene Tarifsenkung um 1,6 Prozent nichts.

Anders verhält es sich, wenn im kommenden Jahr eine Hochzeit geplant ist oder der Ehegatte nach einer Trennung 2012 letztmalig ein Splitting erhält.

2. Investitionen planen

Große Steuersparpotenziale bietet der richtige Umgang mit dem Investitionsabzugsbetrag. So kann der Abzugsbetrag für beabsichtigte Erwerbe im Jahr 2013 bis 2015 geplant werden. Droht im laufenden Jahr beim Betriebsvermögen eine Überschreitung des Schwellenwerts von 235.000 Euro und beim Gewinn von 100.000 Euro, sollten zur Unterschreitung noch bis Silves-ter Entnahmen oder Einnahmeverschiebungen getätigt werden.

3. Veranlagung wählen

Letztmalig können Ehegatten aus sieben Veranlagungsarten wählen. Ab 2013 reduziert sich das Veranlagungswahlrecht auf vier Möglichkeiten. Die Wahl ist ab dem Eingang der Erklärung beim Finanzamt bindend. Künftig entfällt die getrennte Veranlagung. Stattdessen können sich Ehegatten im Rahmen einer Einzelveranlagung für die individuelle Besteuerung der Partner entscheiden. Bei der neuen Einzelveranlagung ist entgegen der getrennten Veranlagung keine steueroptimierende freie Zuordnung verschiedener Kosten mehr möglich. Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und haushaltsnahe Dienstleistungen werden dem zugerechnet, der sie wirtschaftlich getragen hat

4. Verluste ausgleichen

Ein ab 2013 entstehender Verlustrücktrag nach Paragraph 10d des Einkommenssteuergesetzes soll auf 1 Million Euro pro Person verdoppelt werden. Sollen größere Verluste, etwa durch den Verkauf von Betriebsvermögen oder einer GmbH-Beteiligung, gemindert werden, sollte dies ins Jahr 2013 verschoben werden. Es lässt sich stärker mit den Einkünften 2012 verrechnen. Sonderausgaben, haushaltsnahe Dienstleistungen oder außergewöhnliche Belastungen verpuffen, wenn ein Verlustvortrag aus dem Jahr 2011 vorhanden ist oder negative Einkünfte erwartet werden. Kosten sollten auf das Jahr 2013 verschoben werden.

5. Versicherungen überprüfen

Ab 2013 sind auch Versicherungsunternehmen oder andere Einrichtungen außerhalb des EU- und EWR-Raums begünstigt. Kranken- und Pflegeversicherungsprämien auf Policen aus Drittländern sollten auf 2013 verschoben werden.

6. Zahlungstermine steuern

Richtig gesteuert, können Zahlungstermine für Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen zu einer Einkommensverlagerung führen. Das gilt beispielsweise für die Kirchensteuer, Spenden, dauernde Lasten oder Unterhaltsleistungen. Dabei ist die Zehntageregel in Paragraph 11 des Einkommenssteuergesetzes bei regelmäßigen Leistungen anzuwenden. Die Verlagerung von Ausgaben vor oder nach dem Jahreswechsel lohnt für zumutbare EigenbelastungEine möglichst optimale steuerliche Wirkung gelingt durch eine Ballung der Zahlungen vor oder nach Neujahr.

7. Verjährung prüfen

Zum Jahresende verjährt die Einkommenssteuer der Bescheide für das Jahr 2007 – wenn die Steuererklärungen 2008 abgegeben wurden. Diese Unterlagen sollten genau geprüft werden. Ein rechtzeitiger Änderungsantrag ist für Steuerbescheide ratsam, die unter Vorbehalt der Nachprüfung sind.

8. Rürup-Rente absetzen

Der Abschluss einer Rürup-Police ist ratsam, wenn Selbstständige ihre Höchstbeträge bei den Vorsorgeaufwendungen nicht ausschöpfen. Von den Beiträgen lassen sich 74 Prozent bis zum Höchstbetrag von 18.240 Euro beziehungsweise 36.480 Euro für Verheiratete als Sonderausgaben absetzen. Vereinbaren Personen über 62 eine lebenslange Sofortrente gegen Einmalzahlung, wird die bei Erstbezug 2012 nur mit 64 Prozent auf Dauer als sonstige Einnahme nach Paragraph 22 des Einkommenssteuergesetzes erfasst. Rürup-Policen sind nur bei Zertifizierung und Einwilligung in die Datenübermittlung begünstigt. Ab 2013 steigt der Höchstbetrag für die Basisversorgung im Alter von 20.000 Euro auf 24.000 Euro. Zudem verbessert sich der Erwerbsminderungsschutz.

9. Handwerker beauftragen

Handwerker sollten bis zum Jahresende noch Handwerker oder Gärtner beauftragen, wenn die Höchstbeträge der Vergünstigungen für haushaltsnahe Dienstleistungen noch nicht erreicht sind. Die Rechnungen müssen bis zum 31. Dezember bezahlt werden. Liegen die Aufwendungen schon über dem Höchstbetrag, sollten die weiteren Leistungen erst anschließend beglichen werden.

10. Ehrenamt berücksichtigen

Ab 2013 steigt der Übungsleiterfreibetrag auf 2.400 Euro. Die Ehrenamtspauschale wird von 500 auf 720 Euro angehoben. Zahlungen bis zu diesen Schwellen bleiben steuer- und sozialversicherungsfrei. Das verringert den Aufwand für ehrenamtlich Tätige.

11. Elektronische Steuerkarte startet

Die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (kurz ELStAM) sollten bereits 2011 eingeführt werden. Der Starttermin wurde mehrfach verschoben. Neuer Starttermin ist der 01. Januar 2013 – allerdings mit einer einjährigen Einführungsphase.

12. Betreuungsgeld kommt

Eltern, die ihre Kinder im zweiten und dritten Lebensjahr nicht in einer Kindertagesstätte betreuen lassen, sondern zu Hause betreuen, haben ab dem 1. August 2013 Anspruch auf das neue Betreuungsgeld. Damit soll die besondere Erziehungsleistung der Eltern anerkannt werden. Begünstigt sind jedoch nur Kinder, die ab August 2012 geboren werden.

13. Künstlersozialabgabe steigt

Handwerker sollten bei ihren Planungen für 2013 beachten, dass der Abgabesatz der Künstlersozialabgabe um 0,2 Prozent auf dann 4,1 Prozent angehoben wird.

14. Elterngeld wird neu geregelt

Für Kinder, die ab dem 1. Januar 2013 geboren werden, wird das Elterngeld künftig anders berechnet. Maßgebend ist jetzt nicht mehr das Nettoeinkommen der zurückliegenden zwölf Monate vor der Geburt, sondern das Bruttoeinkommen. Von dem werden pauschale Abzüge für Steuern und Sozialabgaben vorgenommen. Aufgrund der Pauschalierung wird das fiktive Nettoeinkommen niedriger als bisher und folglich auch das monatliche Elterngeld. Der Wechsel in eine günstigere Steuerklassenkombination wird künftig nur noch dann anerkannt, wenn er mindestens sieben Monate vor dem Geburtsmonat erfolgt.

15. Elektronisch bilanzieren

Bilanzierende Unternehmen sind verpflichtet, Inhalte der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung elektronisch an die Finanzbehörden zu senden. Damit wird die Abgabe der Unterlagen in Papierform beim Finanzamt durch die elektronische Übermittlung ersetzt.

Die elektronische Übermittlung der E-Bilanzen wird in der Regel für die Wirtschaftsjahre ab 2013 verpflichtend – also im Jahr 2014. Für das Wirtschaftsjahr 2012 steht es Unternehmern noch frei, die Bilanz auf Papier abzugeben oder bereits elektronisch zu übermitteln.

16. Gutes tun

Wer mit finanziellen Mitteln etwas Gutes tut, sollte das auch seinem Finanzamt sagen. Kirchliche, mildtätige und gemeinnützige Spenden können bis zu einer Höhe von 20 Prozent des Gesamtbetrags als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden. Sie reduzieren die Summe der Einkünfte und damit die Steuerlast. „Überschreiten die Spenden diesen Höchstbetrag, können diese in die nächsten Jahre vorgetragen und dann steuerlich geltend gemacht werden.Ohne Beleg funktioniert das nicht. Bei Spenden bis 200 Euro genügt die Vorlage eines Kontoauszuges, bei höheren Beträgen verlangt das Finanzamt eine formale Spendenbescheinigung.

Dieser Beitrag erschien in der Dezember-Ausgabe 2012 des Magazin NordHandwerk

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