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Erster neuer Meisterberuf am Bau: Holz- und Bautenschützer

Auf Baustellen wird es künftig erstmals auch Meister der Holz- und Bautenschützer geben. Ab Februar werden die ersten an der Handwerkskammer Düsseldorf ausgebildet.

Von Jens Seemann

Mit diesem Motiv werben die Holz- Bautenschützer um Nachwuchs.

Mit diesem Motiv werben die Holz- Bautenschützer um Nachwuchs.

Nach 52 Jahren sind die Holz- und Bautenschützer am Ziel – sie dürfen selbst Meister ausbilden. Seit dem 1. November sind sie die erste Branche am Bau, für die seit der Einführung der Handwerksordnung 1953 die Meisterqualifikation eingeführt wurde. Und es ist seither erst der zweite Handwerksberuf überhaupt. Seit 2009 qualifizieren auch die Bestatter Meister. Die ersten Kurse der Holz- und Bautenschützer werden am 4. Februar 2013 in der Handwerkskammer Düsseldorf starten. Nach zwei Jahren wird es die ersten Meister geben.

Auch der Berliner Marek Richter hat sich angemeldet. Seit 14 Jahren arbeitet er als Bautenschützer. „Ich bin gespannt, was wir alles noch lernen. Für unser Unternehmen wird es gut sein, sich als Meis-terbetrieb zu präsentieren”, sagt Richter, der Niederlassungsleiter der bundesweit tätigen Firma Lömpel Bautenschutz in Berlin ist.

In kleinen Schritten kämpften die Holz- und Bautenschützer über fünf Jahrzehnte für eine Anerkennung ihres Berufs. Und für anerkannte Qualifikationen. „Wir sind am Ziel”, freut sich Friedrich Remes, Geschäftsführer des Deutschen Holz- und Bautenschutzverbandes (DHBV) und erinnert sich mit Freude an den 10. September – der Tag, an dem das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die Meisterprüfungsverordnung für das Holz- und Bautenschutzgewerbe erließ. Eine Woche später wurde sie im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

“Für Kunden wurde es unüberschaubar. Deshalb wollten wir unbedingt den Meister als Qualitätsmarke”, Friedrich Remes, Geschäftsführer Deutscher Holz- und Bautenschutzverband

Da es sich um einen zulassungsfreien Beruf handelt, gibt es in dieser Branche nach Schätzungen des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks bundesweit rund 15.000 Selbstständige. Häufig sind es Maler, Maurer, Stuckateure, Tischler oder Dachdecker. „Das macht es für die Kunden un-überschaubar. Deshalb wollten wir unbedingt den Meister als Qualitätsmarke”, erklärt Friedrich Remes. Seinem Verband gehören aktuell 360 Betriebe an – Tendenz steigend. „Wir achten auf die Qualifikationen”, sagt Remes. Ältere Gesellen anderer Gewerke müssen Fortbildungen nachweisen. Für den Nachwuchs gelang es, dem Verband 2007 einen Ausbildungsberuf zu schaffen. Seither werden jedes Jahr etwa 60 Jugendliche ausgebildet. „Es könnten aber mehr sein”, sagt Friedrich Remes. Im hessischen Nidda, thüringischen Weimar, nordrhein-westfälischen Krefeld und in Berlin wurden Berufsschulen und überbetriebliche Ausbildungszentren eingerichtet. Im Norden und Süden werden Partner gesucht. Zusätzlich bietet die Fachhochschule Münster „Bauen im Bestand” als Bachelor-Studiengang an. In Wismar können Interessierte per Fernstudium auch noch ihren Master ablegen. „Da das Bauen im Bestand künftig immer gefragter sein wird, sind all dies wichtige Puzzleteile, die die Qualität in unserer Branche erhöhen werden”, sagt Friedrich Remes.

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Holz und Bautenschützer

Holz -und Bautenschützer verfügen dank ihrer Ausbildung über fundiertes Wissen der Naturwissenschaften, können Feuchtigkeitsschäden erkennen, analysieren und beseitigen. Sie lernen den Schädlingsbefall in Hölzern zu erkennen und diesen auf natürliche Weise  oder mit chemischen Mitteln zu bekämpfen.

Mehr zum Beruf:
www.dhbv.de

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