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Die besten fördern. Weiterbildungsstipendium für Azubis

Fleischerin Regina Oks kann dank eines Weiterbildungsstipendiums ihre Meisterkurse finanzieren. Foto: Jens Seemann

Die begabtesten Nachwuchshandwerker können über einen Zeitraum von maximal drei Jahren insgesamt 6.00o Euro für berufsbegleitende Fortbildungen nutzen – wenn sie die Kriterien erfüllen. Mit aktuell 22,7 Millionen Euro und 17.000 Stipendiaten ist das Weiterbildungsstipendium eines der bundesweit größten Stipendienprogramme.

 

Von Jens Seemann

 

Regina Oks ist auf der Zielgeraden. Bis zur Ziellinie, dem Meistertitel, sind es nur noch wenige Schritte. Ihre Augen strahlen beim Gedanken, vielleicht bald selbst eine Fleischereifiliale leiten zu dürfen.
Für dieses Ziel strengte sich die 23-jährige Hamburgerin mächtig an. Mit 16 schloss sie die Realschule ab. Heute ist sie froh, dass es mit einem Ausbildungsplatz zur Bürokauffrau nicht klappte. Angesteckt von ihrer älteren Schwester, einer Fleischereifachverkäuferin, entschied sich Regina Oks ebenfalls für diese Ausbildung. Hinter der Theke fühlte sie sich wohl und schloss die Ausbildung als Landesmeisterin ab. Doch Regina Oks wollte nicht nur Fleischprodukte verkaufen – sie wollte sie auch herstellen. Im Anschluss entschied sie sich für eine zusätzliche Ausbildung zur Fleischerin. „Für mich sah ich darin die Chance, später meinen Meister machen zu können“, sagt die junge Handwerkerin. Michael Durst, Chef der Wilhelm Lohmeier Schlachterei, bot ihr diese Chance. Drei weitere Jahre lernte sie in seiner Fleischerei. Und sie war so gut, dass sie auch als Fleischerin Hamburgs Beste wurde.
Mit dieser Auszeichnung erfüllte sie die Voraussetzungen, sich um ein Weiterbildungsstipendium zu bewerben. Ihren Antrag richtete sie an die Handwerkskammer Hamburg und wurde als bundesweit 100.000ste Stipendiatin der vergangenen 20 Jahren in das Programm aufgenommen. Aktuell profitieren in der Hansestadt 67 Nachwuchshandwerker von der Förderung.Regina Oks möchte mit dem Geld ihre Meisterkurse finanzieren.
Jedes Jahr werden rund 6.000 ehemalige Auszubildende aufgenommen. Aktuell sind es 17.000. Damit ist das Stipendienprogramm bundesweit eines der größten. Förderer des Nachwuchses ist das Bundesbildungsministerium. Das stellt 2012 insgesamt 22,7 Millionen Euro bereit. Den Gesamtförderbetrag je Stipendiat hoben die Verantwortlichen zudem von 5.100 auf 6.000 Euro an. Damit können die Stipendiaten maximal drei Jahre berufsbegleitend ihre Fortbildungen finanzieren.
Das Stipendium ist so ausgelegt, dass je Berufsbereich jeweils ein Prozent der Absolventen in den Genuss eines Stipendiums kommen können. Die Gewerke des Handwerks sind besonders eifrig, so dass der prozentuale Anteil sogar leicht darüber liegt.
Um sich um das Stipendium bewerben zu können, müssen die Bewerber ihre Ausbildung abgeschlossen haben, dürfen maximal 25 Jahre alt sein, haben entweder eine Gesamtnote von mindestens 1,9, gewannen den praktischen Leistungswettbewerb auf Landesebene oder bekamen eine Empfehlung ihres Arbeitgebers oder der Berufsschule. „Die Aussichten, aufgenommen zu werden, sind gut“, sagt Andreas van Nahl, Sprecher der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung SBB, die das Weiterbildungsstipendium bundesweit koordiniert. Er empfiehlt Chefs die Auszubildenden über das Stipendium zu informieren. „Diese Aussichten können die Leistungen steigern.“

Weitere Infos zum Programm:
www.weiterbildungsstipendium.de

Dieser Beitrag erschien in der Juli-Ausgabe 2012 des Magazin NordHandwerk

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